Tanztherapie

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Die Tanztherapie ist eine körperorientierte Form der Kunsttherapie, bei der Tanzen als Heilmittel eingesetzt wird.

Tanzen gehört seit jeher zu den Heilzeremonien vieler Kulturen, in Ritualen dient es dazu, mit Göttern, Ahnen oder Geistern in Kontakt zu treten. Die moderne Tanztherapie hat ihre Wurzeln im Ausdruckstanz und in der rhythmischen Gymnastikbewegung der 1920er-Jahre in Deutschland. Ausdruckstanz bedeutete freies, improvisiertes Tanzen. Die meisten Protagonisten dieser Bewegung – zum Beispiel Rudolf von Laban, Trudi Schoop und Elaine V. Siegel emigrierten in den 1930er-Jahren in die USA bzw. nach England. Die Tanztherapie entwickelte sich unter ihrer Ägide deshalb zunächst vor allem im angelsächsischen Sprachraum weiter.

Die Berufstänzerin Marian Chace war eine der ersten, die Bewegung und Tanz gezielt zur Behandlung von psychisch Kranken einsetzte. Ihre Erfahrungen und die anderer Tänzer und Therapeuten mit dem Medium Tanz bildeten die Grundlage für die Entstehung der Tanztherapie. Dabei entwickelten sich unterschiedliche therapeutische Ansätze, die durch die Gründung der „American Dance Therapy Association“ 1966 in einem Verband vereint wurden. In den USA ist die Tanztherapie heute allgemein anerkannt. Seit den 1980er Jahren wird die Methode auch zunehmend in den europäischen Ländern eingesetzt.

Bei einer Tanztherapie dient das Tanzen als körperliches Ausdrucksmittel für Gefühle und Gedanken. Durch das Tanzen lernt der Patient die eigene Körpersprache kennen und verstehen. Zudem können mit Hilfe der rhythmischen Bewegungen auch unbewusste Gefühle, Spannungen und Probleme ins Bewusstsein gerufen und verarbeitet werden, die der Patient mit Worten meistens nicht ausdrücken kann. Hemmungen und unterdrückte Gefühle werden im Tanz sichtbar und damit veränderbar. Darüber hinaus trägt die Bewegung beim Tanzen zu einer Verbesserung der allgemeinen körperlichen Fitness bei.

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