Neurofeedback

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Neurofeedback (griechisch „neuron“ = Sehne, Faser, Nerv; englisch „feedback“ = Rückmeldung) ist ein computergestütztes Konzentrations- und Entspannungstraining, bei dem die Patienten lernen, bestimmte Hirnfunktionen durch Rückmeldung bewusst zu beeinflussen und somit zu regulieren.

Neurofeedback gehört zu den Methoden des Biofeedback. Bis Mitte der 1960er Jahre hatte man es in der Medizin für unmöglich gehalten, willentlich Einfluss auf autonome Körperfunktionen zu nehmen. Der amerikanische Neuropsychologe Neal Miller konnte jedoch 1967 anhand von Experimenten an Ratten beweisen, dass jedes messbare physiologische Verhalten durch den Willen beeinflusst werden kann. Ungefähr zur selben Zeit experimentierte Joe Kamiya mit der Regulierung von Alpha-Wellen im menschlichen Gehirn. Er konnte anhand des vom österreichischen Psychiater Hans Berger (1873-1941) im Jahr 1924 erfundenen Enzephalogramms zeigen, dass das menschliche Gehirn fähig ist, „auf Wunsch“ Alpha-Wellen zu regulieren. Kamiya gilt heute als Vater des Neurofeedback.

Ende der 1960er Jahre wurde die „Bio-Feedback Society of America“ (heute: „Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback“) mit dem Ziel gegründet, die therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten von Biofeedback und den verwandten Methoden wie Neurofeedback zu untersuchen und zu verbreiten. Durch das Messen und die Wiedergabe der eigenen Hirnaktivität sollten die Versuchspersonen lernen, ihre Hirnströme willentlich zu beeinflussen und dadurch eine bessere Kontrolle über ihr Verhalten und ihre Körperfunktionen zu erlangen.

Barry Sterman konnte 1971 nachweisen, dass Neurofeedback die Häufigkeit von epileptischen Anfällen mindert. Seit den 1970er Jahren wurden zudem mehrere Studien durchgeführt, die den Erfolg des Neurofeedback bei Aufmerksamkeitsstörungen belegten. Inzwischen hat sich Neurofeedback als Verfahren der Verhaltensmedizin etabliert.

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist ein Messverfahren, das die elektrischen Impulse der Nervenzellen im Gehirn aufzeichnet und in Form von Wellenmustern sichtbar macht. Das Muster der Hirnwellen lässt Rückschlüsse auf die Gehirnaktivität zu. Je nach Frequenz spricht man von Delta-Wellen (0,5-4 Hz), Theta-Wellen (4-7 Hz), Alpha-Wellen (8-12 Hz), SMR-Wellen (12-15 Hz), Beta-Wellen (15-18 Hz), High-Beta-Wellen (22-38 Hz) oder Gamma-Wellen (38-42 Hz). Aufgrund wissenschaftlicher Forschungen können die Gehirnwellen bestimmten Aktivitätszuständen, zum Beispiel Denken, Schlafen, Lernen, Konzentrieren oder Entspannen zugeordnet werden.

Beim Neurofeedback wird das Wissen aus der Hirnforschung mit einem Verhaltenstraining kombiniert: Durch positives Feedback lernt der Patient, seine Gehirnaktivität zu steuern. Mit Hilfe von technischen Geräten und Computern werden die Gehirnaktivität und das Hirnwellenmuster sichtbar gemacht. Auf diese Weise kann der Patient ein Bewusstsein für die Vorgänge in seinem Körper entwickeln: Er „sieht“, wie sein Gehirn auf seine Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen reagiert.

Ziel des Trainings ist ein effizienteres Funktionieren der Hirntätigkeit. Daraus resultieren mehr Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Entspannung und Konzentrationsfähigkeit.

© 2017 Eskamed AG

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