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Dramatherapie


Definition

Kunsttherapie ist ein Überbegriff für psychotherapeutisch orientierte Therapieformen, die mit kreativen, künstlerischen Mitteln arbeiten. Bei der Dramatherapie werden verschiedene Theater- und Sprechtechniken zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Herkunft

Das Wort „Drama“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Handlung“. Drama ist ein Oberbegriff für Texte mit verteilten Rollen.

Die moderne Dramatherapie entwickelte sich in den 1970er-Jahren vor allem in England, den USA und den Niederlanden. Die Grundlage bildete das experimentelle Theater und die humanistische Psychologie. Wegbereiter der Dramatherapie waren unter anderem die Engländerin Sue Jennings, der israelische Psychologe und Traumaspezialist Mooli Lahad und der amerikanische Psychologe Robert Landy.

In den englischsprachigen Ländern ist die Dramatherapie mittlerweile eine anerkannte Therapieform, die in vielen Bereichen des Gesundheitswesens angewendet wird. Auch im deutschsprachigen Raum gewinnt die Dramatherapie immer mehr an Bedeutung.

In der Schweiz wurde die Dramatherapie erstmals 1994 von Brigitte Spörri Weilbach unterrichtet. Sie gründete 2004 mit Susana Pendzik den Verein dramatherapie.ch, der sich zusammen mit dem Dachverband ARTECURA und dem damaligen BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, heutiges Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI) für die Berufsanerkennung der Dramatherapie einsetzte. Seit 2011 ist die Drama- und Sprachtherapie als eine der fünf Fachrichtungen der Kunsttherapie mit eidgenössisch anerkanntem Abschluss anerkannt.

Grundlagen

Die Dramatherapie ist eine handlungsorientierte, künstlerische Therapieform, bei der Theatertechniken zu psychotherapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Ein grundlegendes Prinzip der Dramatherapie ist „Annäherung durch Distanzierung“: Während der Patient auf der Bühne „so tut als ob“ und mit fiktiven Situationen und Rollen experimentiert, gewinnt er Abstand von Alltagssituationen und Problemen, die ihn beschäftigen. Das Spiel auf der Bühne bietet dem Patienten einen sicheren Rahmen, in dem er sich freier mit seinen Themen auseinandersetzen und seine Gefühle entdecken und ausdrücken kann. Mit Hilfe von sprachlichen, gestischen und szenischen Elemente entsteht eine imaginative Wirklichkeit, ein Experimentierfeld, in dem der Patient auf spielerische Weise neue Ausdrucksmöglichkeiten und Lebensrollen entdecken und entfalten kann. Neue Verhaltensweisen und Lösungswege können eingeübt und in die reale Welt übertragen werden.

Die eingesetzten Sprach- und Theatertechniken verbessern die Atmung, die Körperhaltung und die Körpersprache. Sie machen den Dialog der seelischen und geistigen Dynamik mit dem Körper hör- und sichtbar und erweitern die Kenntnisse der eigenen Ressourcen. Die Dramatherapie fördert die Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit und verbessert die soziale Kompetenz sowie die Fähigkeit, Konflikte zu verarbeiten.

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