Informationen zur Methode

Funktionelle Orthonomie und Integration (FOI), Zusatzqualifikation


Definition

Die Funktionelle Orthonomie und Integration (FOI) ist eine sanfte, dynamische Behandlungsmethode, die bei muskuloskelettalen Beschwerden zum Einsatz kommt. Der Begriff Orthonomie kommt aus dem Griechischen («orthos» = gerade, aufrecht, richtig; «nomos» = Gesetz) und lässt sich etwa übersetzen mit «Gesetzmässigkeiten des aufrechten Seins». Und «funktionell» meint in diesem Fall «auf die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates bezogen».

Herkunft

FOI wurde vom Niederländer und Physiotherapeuten Hans de Jong begründet. Die Methode hat sich in seiner Praxis entwickelt, in der de Jong vor allem Patienten mit Wirbelsäulenproblemen behandelte. Dabei stellte er fest, dass es bei sehr vielen Menschen zu systematischen Kombinationen von Bewegungsstörungen kommt. Mitte der 90er-Jahre entwickelte sich aus seinen Beobachtungen eine konkrete Struktur, aus der die Funktionelle Integration (FI) entstand. Ab 1993 unterrichtete Hans de Jong die FI, anfänglich hauptsächlich in der Schweiz. 2004 gründete er gemeinsam mit Friedhelm Becker, Physiotherapeut und Osteopath, das Ausbildungsinstitut für FOI in Haren, Deutschland, und professionalisierte die Behandlungsmethode. Mittlerweile gibt es Ausbildungen in Deutschland, Österreich, Polen, der Schweiz und den Niederlanden.

Grundlagen

Die Grundlage der FOI ist die Annahme, dass der Körper auf ein entstandenes Problem im Bewegungsapparat mit einem Kompensationsverhalten reagiert. Wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, das Kompensationssystem aufrechtzuerhalten, treten Schmerzen und Funktionsstörungen auf. Ziel einer FOI-Behandlung ist es daher, den Körper wieder in sein individuelles Gleichgewicht zu bringen.

Schmerzen am Bewegungsapparat sind demnach im Allgemeinen Folgen von körperlichen Traumen (z.B. Unfälle, Stürze, Gelenkdistorsionen oder auch Operationen) oder starken psychischen Belastungen (z.B. Sterbefälle, plötzliche ernsthafte Erkrankungen usw.). Die Traumen können viele Jahre zurückliegen, oft erinnert man sich nicht daran oder sieht keine Verbindung zu den Schmerzen. Ein Umknicktrauma am Fuss kann beispielsweise Jahre später Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen oder ein Hüftschmerz (auch Arthrose) die Spätfolge einer Blinddarmoperation sein. Die Kompensation ist eine Art Stressbewältigung. Daraus entstehen sogenannte Kompensationsketten oder Ursache-Folge-Ketten, die sich über den ganzen Körper verteilen und meist nach identischen Mustern verlaufen. In der FOI-Behandlung werden daher die beschwerdeauslösenden Faktoren gesucht und gezielt behandelt.

Wirbelsäule und Becken sind die zentrale Achse für die FOI und daher der erste Ansatz für Befundung und Therapie: Wirbel- und Beckenfehlstellungen haben Auswirkungen auf die angrenzenden Gelenke und umgekehrt. Statikveränderungen der Wirbel sind daher die eigentliche Ursache für Blockierungen und Funktionseinschränkungen. Zur Veranschaulichung der Befunde wird ein dreidimensionales Denkmodell benutzt. Mit diesem Modell lassen sich alle Gelenke in einer funktionellen Struktur miteinander in Verbindung bringen. So lässt sich erklären, warum Kniegelenksprobleme Ursache für Kopfschmerzen sein können oder Schulterschmerzen als Folge eines Distorsionstraumas am Fuss auftreten können.

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